Mit dem Rollator in der Fußgängerzone
Am Mittwoch habe ich mir von Bürgerinnen, die aufgrund einer Gehbehinderung oder altersbedingt auf einen so genannten Rollator angewiesen sind, in der Fußgängerzone einige Hindernisse und Stolperfallen zeigen lassen. Und diese kleinen und großen Hindernisse haben es teilweise in sich.
Was auch den wenigsten Bürgerinnen und Bürgern bewusst ist, ist der Umstand, dass die Fußgängerzone von Osten nach Westen ansteigt. Dieses Gefälle ist für die meisten Menschen weitgehend unmerklich, anders jedoch für Menschen, die auf einen Rollator oder einen Rollstuhl angewiesen sind. Deutlich sichtbar ist das Gefälle am Kaufhaus der Galeria Kaufhof: Während das Erdgeschoss über den Nordeingang ebenerdig zugänglich ist, sind hinter dem Nordosteingang einige Treppen zu bewältigen.
Neben diesem Umstand gibt es zwei weitere Kernprobleme: Die Fußgängerzone ist nicht vollständig ebenerdig, sondern ist im Osten mit einem angedeuteten Bürgersteig um etwa 5 Zentimeter erhöht. Zwar ist die Bürgersteigkante durchgehend mit einem gelben Signalstreifen markiert, dennoch ist diese Kante eine Stolperfalle.
[flickr]photo:3596290606[/flickr]Einige Geschäfte wiederum sind nur über eine weitere Stufe zu erreichen, hier beispielsweise ein Schuhmacherbetrieb, dessen Räume baulich bedingt mehr als zehn Zentimeter über dem Niveau der Fußgängerzone liegt. Für gehbehinderte Menschen ein fast unüberwindliches Hindernis.
Dinge, die angesprochen, dokumentiert und bei zukünftigen Planungen berücksichtigt werden müssen. Dazu dient auch die neu eingerichtete Stelle des Behindertenbeauftragten der Stadt Pforzheim. Dennoch ist es wichtig, dass wir gerade bei solchen Problemen des täglichen Lebens eine viel stärkere Kultur der Teilnahme entwickeln. Für junge Menschen stellen viele Hindernisse des täglichen Lebens keine wirklichen Barrieren dar, allerdings bleibt niemand ewig jung. Aus den kleinen Hindernissen von heute werden dann schnell die Barrieren von morgen.




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